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Kolumbien ist eine Republik im nördlichen Teil von Südamerika und grenzt an Brasilien, Peru, Ecuador, Venezuela und Panama. Kolumbien liegt am Pazifischen Ozean sowie am karibischen Meer. Bogota ist Hauptstadt und wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Kolumbiens.
Klima Da der Äquator durch Kolumbien läuft, liegt das Land in der tropischen Klimazone. Der Norden, also die Karibikküste, liegt in der subtropischen Zone. Je nach Meereshöhe unterscheidet man vier Klimazonen. In den Flachländern (Llanos) herrscht tropisches Klima über 24° C, zwischen 1.000 und 2.000 m gemäßigtes Klima (17-24° C), zwischen 2.000 und 3.000 m kaltes (12-17° C) und in den Bergregionen (Páramos) ab 3.000 m Höhe hochalpines Gletscherklima (unter 12° C).
Am Westrand der Anden fällt die größte Menge an Niederschlag. Im südlichen Teil des Landes werden ca. 3.000 mm Niederschlag pro Jahr gemessen, im Norden bis zu 10.000 mm. Einige Orte mit einem Niederschlagsvolumen von bis zu 16.000 mm im Jahr gehören zu den regenreichsten Gebieten der Erde.
In den östlichen Landesteilen regnet es weniger stark. Die Niederschlagsmenge in den Hochtälern und Hochbecken beträgt aufgrund der Regenschattenseite etwa 1.000 mm. Teile der Karibikküste sind aufgrund des Passatwindes sehr regenarm (unter 400 mm Niederschlagsmenge pro Jahr und m²).
Die ersten Monate der Trocken- bzw. der Regenzeit. Dezember und Januar bzw. Mai bis Juli. Die Touristenorte werden allerdings zu dieser Jahreszeit auch von den Kolumbianern rege besucht. Gegen Ende der Trockenzeit ist das Land verdorrt und am Ende der Regenzeit toben die Tropenstürme. Überschwemmungen sind keine Seltenheit. Vorsicht im Hochland, denn dort kann es nachts kalt werden.
Bevölkerung Kolumbien ist, nach Brasilien, der bevölkerungsreichste Staat Südamerikas und der dritte Lateinamerikas mit einer Bevölkerungszahl von ca. 42,645 Mio. und hat auf Grund seiner Geschichte eine sehr diversifizierte Bevölkerungsstruktur. Auf jedem Quadratkilometer leben durchschnittlich 36 Einwohner. 48,6 % sind Männer und 51,4 % sind Frauen. 74 % der Gesamtbevölkerung leben in den Ballungsgebieten und Städten, hauptsächlich in den Tälern des Río Magdalena und des Río Cauca sowie an der Karibikküste. Allein in Bogotá, der Hauptstadt und dem Zentrum der Industrie, lebt etwa 1/6 der Bevölkerung. 78% der Bevölkerung sind jünger als 45 Jahre.
Die Bevölkerung setzte sich zur Kolonialzeit aus drei unterschiedlichen Gruppen zusammen: der indigenen Bevölkerung, den europäischen, zumeist aus Spanien stammenden Kolonisten und den importierten Sklaven afrikanischer Herkunft. Verbindungen zwischen diesen Gruppen waren und sind sehr weit verbreitet, so dass die heutige Demografie des Landes aus einer Mischung dieser Gruppen besteht. Den größten Anteil an der Bevölkerung stellen mit 58 % die Mestizen, deren Vorfahren Europäer und Indigene waren.
Während der Kolonialzeit wurde Kolumbien durch Einwanderer aus allen Regionen Spaniens besiedelt. Im frühen 18. und 19. Jahrhundert wanderten französische, italienische, englische und irische Einwanderer ein. Weitere Einwanderer kamen aus Deutschland, Libanon, Palästina bzw. dem Nahen Osten.
Zur hellhäutigen Bevölkerung gehören die Weißen, Nachfahren der europäischen Kolonisten, mit 20 % der Bevölkerung. Daneben sind mit 14 % die Mulatten und die Kreolen in der kolumbianischen Gesellschaft vertreten, Nachkommen von Europäern und afrikanischen Sklaven. Rein afrikanische Vorfahren haben 4 % der Bevölkerung, 3 % zählen zu den Zambos, die von afrikanischen Sklaven und indigenen Indios abstammen. Im Dorf Palenque de San Basilio existiert die einzige spanischbasierte Kreolsprache in Lateinamerika. Die Menschen dort sind zum größten Teil Nachfahren entlaufener Sklaven und sprechen Palenquero. Heutzutage werden nur noch 1 % als Indigene klassifiziert, unter anderem durch ihre Kultur und Sprache.
Die indigene Bevölkerung ist in erster Linie in den Hochländern der Kordilleren, besonders im Südwesten des Landes, sowie in den Urwaldgebieten Amazoniens und des Pazifiktieflandes zu finden. Die afrokolumbianische Bevölkerung lebt größtenteils in den karibischen und pazifischen Küstenräumen sowie deren Hinterland.
Kolumbien ist durch eine sehr ungleiche Bevölkerungsverteilung charakterisiert. 39 Millionen Einwohnern im Andenraum sowie dem karibischen Tiefland steht nur 1 Million in Amazonien, Orinokien und dem Chocó gegenüber, d.h. rund die Hälfte der Landesfläche ist weitestgehend unbesiedelt. Mehr als zwei Drittel aller Kolumbianer lebt in Städten. Im Gegensatz zu vielen anderen Staaten Lateinamerikas ist Kolumbien durch ein dezentrales Städtesystem charakterisiert. Neben Bogotá haben sich mit Medellín, Cali und Barranquilla weitere Millionenstädte entwickeln können. Darüber hinaus gibt es eine große Anzahl regionaler Zentren mit 200.000-600.000 Einwohnern, wie etwa Cartagena und Santa Marta an der Karibikküste, Bucaramanga und Cúcuta im Nordosten des Landes, Pereira, Manizales und Ibagué in der Mitte sowie Neiva, Popayán und Pasto im Süden. Diese Städte erleben ein sehr dynamisches Wachstum.
Nur 0,3% der kolumbianischen Bevölkerung sind Ausländer, aber 3% der Kolumbianer leben im Ausland, davon 35,3% in den USA., 23,4% in Spanien und 18,5% in Venezuela.
Die Lebenserwartung eines Kolumbianers beträgt bei der Geburt 70,4 Jahre.
Religion In Kolumbien wird die Religionsfreiheit als Grundrecht garantiert. Dominant ist die römisch-katholische Glaubensrichtung, der etwa 90 % der Bevölkerung angehören, jedoch verzeichnen evangelikale Gruppen in den letzten Jahren ähnlich wie in anderen Staaten Lateinamerikas einen großen Zulauf. Die protestantische Minderheit setzt sich aus verschiedenen Traditionen zusammen; viele davon kommen aus den USA aber auch aus England, Deutschland und Holland. Neben den Gemeinden, die aus den Missionsarbeiten von Lutheranern, Calvinisten, Evangelikalen, Siebenten-Tags-Adventisten, Assemblies of God, Zeugen Jehovas, Mormonen, Mennoniten, und charismatischen Strömungen entstanden, existiert auch in Kolumbien ein Bistum der Episkopalkirche der Vereinigten Staaten von Amerika. Weniger vertreten sind Judentum und Islam. Etwa 1% der Bevölkerung gehört indigenen Religionen an.
Sprache Alleinige Amtssprache ist in Kolumbien Spanisch. Daneben existiert eine Reihe von bedeutenden Minderheitensprachen, die von der indianischen Bevölkerung gesprochen werden. Englisch wird gesprochen auf den Inseln San Andrés und Providencia
Landflucht Die Wanderungsbewegungen vom Land in die Stadt sind massiv und werden dadurch verstärkt, dass ein Großteil der internen Vertriebenen vor dem bewaffneten Konflikt in die Großstädte flieht. Der Anteil Stadtbevölkerung ist von 57 % der Gesamtbevölkerung im Jahre 1951 auf 74 % 1994 gestiegen. Dreißig Städte haben mehr als 100.000 Einwohner. Die östlichen Llanos Kolumbiens, die aus 9 Departamentos bestehen und 54 % der Fläche ausmachen, beherbergen nur 3 % der Bevölkerung und haben damit eine Dichte von einer Person pro Quadratkilometer.
Soziale Situation In Kolumbien leben 25,8 % der Bürger unter dem vom Staat bestimmten Mindeststandard. Das sind 10 % weniger als noch 1993. Grundsätzlich lebt man in der Stadt besser als auf dem Land, wobei das Leben in der Hauptstadt mit 19 % unter dem Standard im Vergleich zu allen anderen Ballungsgebieten am schlechtesten abschneidet. Große Fortschritte wurden im Bereich der Schulpflicht erreicht, da nur 2,4 % der Kinder nicht regelmäßig die Schule besuchten, im Vergleich zu 8 % 1993. Auch die Anzahl an Familienmitgliedern, die zu dritt oder mehr in einem Zimmer schlafen, ist von 15,4 % auf 11 % gesunken, wobei aber die Familien, die in unsachgemäßen Unterkünften leben nur von 11,6 % auf 10,4 % gesunken ist.
Infrastruktur Übliche Überlandstraße in KolumbienKolumbien bedient sich eines Eisenbahnnetzes von 3.304 km Länge, davon aber nur 150 km in Standardbreite, die hauptsächlich zur Förderung von Kohle aus dem El Cerrejón zum Hafen Bahía Portete dienen. Der Personenverkehr auf der Schiene beschränkt sich auf drei kurze touristische Strecken. Zusammen mit den 112.998 km Straßennetz, von denen nur ca. 26.000 km gepflastert sind, besitzt Kolumbien daher eine der schlechtesten Verkehrsinfrastrukturen Süd- und Mittelamerikas. Der Straßenausbau liegt mit etwa 100 m/km² unter dem lateinamerikanischen Durchschnitt von 118 m/km².
Eine der Hauptverbindungsstraßen ist die Panamericana, die in Kolumbien neugeboren ist. Die Panamericana (engl. Pan American Highway) verbindet eigentlich Nordamerika mit Südamerika und führt von Alaska bis Süd-Chile, doch im Grenzgebiet zwischen Panama und Kolumbien, im Urwaldgebiet des Darién, befindet sich eine Lücke, der so genannte Tapón del Darién (auch unter dem englischen Namen Darien Gap bekannt), die bisher noch nicht geschlossen wurde.
Kultur Die große Fläche des Landes, die Kolonisation durch die Spanier und die geografische Abgeschiedenheit einiger Regionen lassen nicht von nur einer kolumbianischer Kultur sprechen. Außerdem haben sich Teile des Landes über die Jahrzehnte unterschiedlich schnell entwickelt und wurden durch oft gezwungene Zuwanderung aus Afrika, Europa und Arabien beeinflusst. Die katholische Religion kann aber als ein verbindendes Merkmal gewertet werden, da über 90% der Bevölkerung als solche getauft sind. Viele der folgenden Merkmale einzelner Subkulturen in Kolumbien sind vergleichbar mit denen anderer süd- und mittelamerikanischer Staaten.
Kultur aus Bogotá: Bis vor einigen Jahrzehnten hatte die Hauptstadt des Landes eine ganz eigene Subkultur, die aber durch große Landflucht und die Aussicht auf Arbeit im 21. Jahrhundert zum Großteil wieder verloren gegangen ist. Die Bogotanos, oder Cachacos wie sie umgangssprachlich bekannt waren, haben ihren eigenen Akzent, in dem das Z und C wie ein S gesprochen werden. Dieser Dialekt ist besonders einfach zu verstehen und wird auch heutzutage gerne als das beste spanisch gepriesen.
Kultur der Paisas: Das Wort Paisa stammt sicherlich von dem Wort Paisano (Landmann) ab, gilt aber in Kolumbien als Beschreibung einer Subkultur derer, die aus den Departamentos Antioquia,Caldas, Quindío, Risaralda, dem Norden des Valle del Cauca und Nordosten des Tolimas stammen.
Der Paisa gilt als produktiv, aktiv, sparsam und unternehmerisch, was aber durchaus aus einer Vielzahl von Vorurteilen stammen könnte. Auf Grund der geografischen Lage, die sehr bergig ist, waren die Paisas während der Konquista sehr unabhängig von der Kultur der Spanier und den Nachbargebieten. Auch diese Subkultur ist durch einen eigenen Akzent geprägt, der sich durch die Eigenart des Voseo, eine unterschiedliche Art im Spanischen zu Duzen, kennzeichnet.
Kultur der Costeños: Als Costeño wird eine Person aus der karibischen Küstenregion Kolumbiens genannt, die meistens afrikanischer Abstammung ist. Die Costeños werden als fröhliches und lautes Volk charakterisiert. Besonders ausgeprägt ist diese Subkultur in den Gebieten um die Städte Cartagena, Barranquilla und Santa Marta. Die für diese Gegend üblichen Nahrungsmittel Bananen, Kokosnuss, Reis und Fisch sind für die Costeños kennzeichnend.
Kultur aus den Llanos: Die Llaneros kommen aus den tropischen Savannen um den Orinoko Fluss. Seit der Teilung von Kolumbien und Venezuela 1830 ist die Kultur weitgehend dieselbe geblieben.
Weltkulturerbe der UNESCO in Kolumbien: Die UNESCO erklärte bisher 5 Plätze in Kolumbien zum Weltkulturerbe: Hafen, Befestigungen und Baudenkmäler der Kolonialzeit in Cartagena (K/1984) Nationalpark Los Katjos (N/1994) Historisches Zentrum von Santa Cruz de Mompox (K/1995) Archäologischer Park Tierradentro (K/1995) Archäologischer Park San Agustín (K/1995) Naturreservat Malpelo (N/2006)
Als Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Kulturerbes sind anerkannt: Der Karneval von Barranquilla (2003) Der Kulturraum von "Palenque de San Basilio" (2005) |
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