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Alaska – allein schon dieses Wort sorgte bei uns für
Vorstellungen von Eis und Schnee, von wilden Tieren, Abenteuern und Einsamkeit.
Aber wild war anfänglich gar nichts. Wir hatten das schönste Sommerwetter und
eine regelrechte Bilderbuchfahrt durch die Berge vorbei an Seen und Flüssen.
Überall waren noch die Zeugnissse des Gold Rush zu sehen – in den Flüssen die
zumeist stillgelegten Goldwaschanlagen und an den Ufern die umgewühlten Steine
zu riesigen Haufen aufgeschüttet. Einzig die Weite, die Unendlichkeit und die
damit verbundene Einsamkeit und Stille des Landes waren vom ersten Tag an
Realität. Nicht umsonst ist „Alakshak“ für die Indianer „das große Land“. Die
Möglichkeiten zu Wildnis-Übernachtungen waren dementsprechend breit. Inmitten
der herrlichen Natur, an den schönsten Stellen war Platz genug zum Stehenbleiben,
und wenn das auf einer ausgetrockneten Stelle in einem riesigen Flussbett war.
Zudem bot sich an nahezu jedem Platz ein vollendetes Panorama – hohe
schneebedeckte Berge mit blaugrünen Gletschern. Vor diesem Hintergrund konnten
wir an den stillen Abenden am Lagerfeuer unser Brotback-Verfahren vervollkommnen
und brachten es insgesamt auf fünf verschiedene Brotsorten!
Das erste Highlight unserer Rundreise war dann der Besuch des Denali National Park. Leider hatten wir teilweise schlechtes Wetter, so dass wir von der herrlichen Bergwildnis nur wenig sehen konnten. Der über 6000 Meter hohe, auch im Sommer zu zwei Dritteln schnee- und eisbedeckte Mount McKinley des Parks (höchster Berg ganz Nordamerikas) war überhaupt nicht auszumachen. Aber zu unserer Beruhigung – selbst bei gutem Wetter soll seine Spitze meist von Wolken bedeckt sein. Doch wenigstens Wildtiere waren reichlich zu beobachten – Caribous, Dallschafe und Bären (Braun- und Grizzlybären).
Unser nächstes Ziel war Anchorage, größte Stadt Alaskas mit weit über 200.000 Einwohnern. Sie war modern, großzügig und typisch amerikanisch mit ihren breiten und langen Avenues und den Supermärkten. Einige Sehenswürdigkeiten schauten wir uns an, „benutzten“ aber die Stadt vorrangig für technische und Versorgungsaufgaben unserer Reise.
Wir fuhren weiter zur Kenai-Halbinsel, entlang am Turnagain-Arm mit seiner reizvollen Landschaft, bis nach Seward. Leider gab’s auch hier schlechtes Regen- und Nebelwetter, so dass wir uns die geplante Bootstour zu den Gletschern sparten, obwohl wir drei Tage lang auf besseres Wetter warteten. Aber als dann auch für die folgenden Tage nur Regen vorhergesagt wurde, gaben wir auf und schauten uns wenigstens den von Land aus zugänglichen Exit-Glacier und den Portage-Glacier an. Dabei konnten wir in einem Creek in der Nähe des Glacier viele große Lachse stehen sehen, die zum Laichen hergekommen waren. So ein Gewimmel hatten wir noch nie gesehen!
Weiter ging es dann – nun endlich wieder bei schönem Sonnenschein – entlang am Matanuska River, vorbei an hohen Gletschergipfeln, dichten Wäldern und stillen Seen bis zum Matanuska Glacier, der sich als gewaltiges weißes Band tief hinab ins Tal zog. Das schöne Panorama blieb uns bei der Weiterfahrt vorbei an den Chugach Mountains erhalten, ja legte mit der Sicht auf die zahlreichen „herunterfließenden“ Gletscher noch zu. Und so blieben wir auch immer wieder mal für 1…3 Tage an einer Stelle stehen, erfreuten uns am herrlichen Ausblick, sammelten Heidelbeeren für den Nachtisch oder Pilze zum Abendbrot usw. usf. Am Ende unserer kleinen Alaska-Rundfahrt begleitete uns dann für einige Tage das gewaltige Panorama der eisigen Wrangell-St.Elias-Gebirgskette. Der Wrangell-St.Elias National Park ist der größte Nationalpark der USA; Bilder von Postkarten und Werbeprospekten sind hier Wirklichkeit. Die majestätischen Gipfel und Massive sind an Schönheit kaum zu übertreffen und erstrecken sich über ein Gebiet von nahezu 52.000 Quadratkilometern. Und das alles konnten wir bei strahlendem Herbstwetter genießen. Die Natur begann sich bereits zu färben, und wir erhielten einen ersten Eindruck vom Indian Summer. Alaska zeigte sich beim Abschied am 31.August für uns von seiner schönsten Seite.
Noch ein Wort zu den Alaskanern – immer erlebten wir sie freundlich und entgegenkommend. Natürlich waren sie alle, bis zum Grenzer, neugierig bezüglich unseres „What’s that?“-Fahrzeuges. Und durchweg alle waren überzeugt (und äußerten dies auch), dass wir ein sehr teures Auto fuhren, wenn wir erklären mussten, dass wir drin schliefen, eine kleine Küche, einen Sitzbereich für die „Gemütlichkeit“ und ein kleines Bad im LKW hatten. Die Amerikaner fuhren hier in Alaska riesige Camper-Fahrzeuge. Da war unser W50 ein ausgesprochen kurzes, wenn auch äußerlich kräftiges Bürschlein dagegen. Und da sollte das alles drin sein?! Das musste einfach auf höchstem technischen Niveau sein und konnte somit nur richtig teuer sein. Und außerdem sind alte Fahrzeuge bei den Amerikanern sowieso schick und teuer. Nur wenige schauten sich unser „Haus“ von innen an und konnten so ein genaues Bild von unserer „Küche“ (ein zweiflammiger Gaskocher), von unserem „Bad“ usw. erhalten. Und diese glaubten uns dann, dass der LKW durchaus kein hochpreisiges Autowunder, sondern lediglich ein praktisches Zweckfahrzeug war. Aber das war schon lustig – immer kamen die gleichen Fragen und waren die gleichen verwunderten Mienen zu sehen!
In Alaska und Kanada, also im Norden des Kontinents, fielen uns besonders die Wildnisbelassenheit der Natur und die enge Verbundenheit von Mensch und Natur auf. Wildnis, Einsamkeit und Stille waren meist nur wenige Kilometer vom Highway entfernt zu finden. Besondere Highlights für uns waren immer die Gebirge mit ihren Schnee- und Gletscherfeldern. Im Yukon war das beispielsweise der Kluane National Park, wo uns lange das wundervolle Gebirgs- und Gletscherpanorama der St.Elias Mountains begleitete. In der Kluane Range verbirgt sich ein riesiges zusammenhängendes Gletschergebiet mit einer Fläche vergleichbar der Größe der Schweiz. Dort begann aber auch Anfang September die für uns bereits kalte Jahreszeit. Die Nächte wurden empfindlich kalt, und wir hatten früh im Koffer des W50 nie mehr als 4°C, einige Tage sogar nur 2°C. Dank Gasheizung wurde es dann nach und nach wärmer, jedoch nie wirklich warm. Aber für früh war es bei heißem Kaffee ausreichend. In der Fahrerkabine hatten wir nach jeder Abfahrt Zeit genug „aufzutauen“. Für abends taugte diese Schnellbeheizung aber nicht. Da half nur die Dieselheizung mit langem russischen Ofenrohr außen am Fahrzeug neben der Koffertür. Sie hatte uns die ganze Zeit nie im Stich gelassen und war ein echter Gemütlichkeitsfaktor auf unserer Fahrt durch den Norden. Mit der Kälte nahmen die Zeichen des Saisonendes zu. Die
Schilder „Closed“ fanden wir an immer mehr VisitorCentres, Campgrounds, Motels,
Parkgebieten, Rest Areas und Highways. Selbst auf den WalMart-Parkplätzen wurden
wir immer weniger Campingfahrzeuge – die Reisezeit war endgültig vorüber. Nur
einmal begrüßte uns noch ein Camperfahrer auf einem WalMart-Platz mit „Welcome
at home“, den wir am Vorabend auch schon auf einem WalMart-Parkplatz getroffen
hatten. Von allen kanadischen Provinzen hatten wir British Columbia am längsten bereist. Etwa fünf Wochen verbrachten wir dort, erlebten Eis, Schnee, Kälte und viel Regen, konnten aber auch das allerprächtigste Herbstwetter mit den Farben des Indian Summer genießen. In BC stellten wir fest, wie eng die Menschen in Kanada mit der Natur, mit den Tieren leben. Da sahen wir z.B. Rotwild in Grundstücksgärten oder auf dem Campus, oder es hing in einem größeren Ort nur ein gelbes Pappschild an der Hauptstraße mit der (für uns so aufregenden) aktuellen Meldung „Caution! Bear in area“ (Achtung! Bär im Gelände). Da gab es keine Aufregung, lediglich diese Information für die Bürger. Das war Normalität; es gab so viele Bären in Kanada! Dabei kamen natürlich auch (einzelne) Fälle vor, wo Begegnungen von Tier und Mensch nicht harmlos waren. Vor allem vor den mächtigen Grizzlies hatten wir Respekt. Im Yukon bekamen wir keine zu sehen, aber ihre Spuren waren überall zu entdecken. Meistens waren es frische Losungen auf den Wanderwegen, manchmal auch ihre gewaltigen Tatzenabdrücke im Erdboden, und einmal hörten wir das warnende, gereizte Brummen und sahen, wie sich das Gebüsch direkt über uns am Felshang heftig bewegte. Offensichtlich waren wir dort einem Bär zu nahe gekommen. Dabei bewegten wir uns auf unseren Wanderungen – wie alle anderen Leute auch – immer mit „Lärm“, d.h., wir unterhielten uns laut, sangen oder schlugen zwei Stöcke ständig aufeinander, um die Bären auf uns aufmerksam zu machen und ihnen rechtzeitig die Möglichkeit zu geben, sich zu entfernen. Das genügte und passierte sicher auch in den allermeisten Fällen. Jeder kannte die Instruktionen bei Bärenbegegnungen. Aber natürlich gab es auch unter bestimmten Umständen und in wenigen Fällen tödlich endende Bärenbegegnungen. Wir sahen Gedenktafeln für junge Menschen, die von Grizzlies getötet worden waren.
Auch das Fische fangen, zumeist angeln, wurde in Kanada groß geschrieben. Die Flüsse und Seen verfügten über so einen Fischreichtum! Die Gesetze und Richtlinien zum Angeln waren auch so festgelegt, dass dieser Natursegen erhalten wurde. Wir hatten wirklich viele kanadische Leute unterwegs kennen gelernt, und jeder war ein Angler. Und einer mit Leidenschaft dazu! In manchen Flüssen standen die Angler wie aufgereiht nebeneinander, zum Teil bis zum Bauch im eisigen Wasser und angelten, angelten, angelten. Es kam auch vor, dass wir geangelte Fische (kapitale Hechte oder Lachse), meistens bereits filetiert, geschenkt bekamen, wenn die Beute gar zu groß war. Da gab’s dann bei uns gebratenen Fisch hintereinander – zum Abendbrot, zum Frühstück und zum Mittag, je nachdem wie groß der Fisch war. Mehr als eine Mahlzeit war es immer. Und aufheben konnten wir nichts; uns fehlte einfach das Eisfach dazu. Aber so ein „Fischtag“ war schon eine feine Sache, und wir dachten immer wieder gern daran zurück. Eigentlich hatten auch wir Angelzeug dabei, und Roland hatte das Angeln extra mit einem Kollegen „geübt“, aber nie klappte es. Entweder war gerade keine Zeit zum Angeln, oder wir hatten versäumt, eine Lizenz einzuholen, oder, oder, oder.
In ganz Kanada hatten wir viele Deutsche getroffen, die entweder selbst in jungen Jahren ausgewandert waren oder bereits deren Eltern. Aber in British Columbia waren es wohl die meisten. Immer und immer wieder trafen wir auf Deutsche, die uns ansprachen. Manchmal war es auch nur ein Zettel mit einem Gruß und einer Adresse, der an unserem LKW steckte. Mit unserer „Flaggenbemalung“ am Fahrzeug waren wir natürlich auch leicht als „Germanen“ auszumachen. Und stets waren es nette Bekanntschaften mit langen Gesprächen. Wir trafen sogar Leute aus Bautzen, Aue, Leipzig und anderen Städten Sachsens. Peter aus Leipzig sächselte noch immer, und Georg aus Aue konnte seinen Erzgebirgler-Dialekt nicht leugnen. Manchmal endeten diese Begegnungen mit gemeinsamen Tagen an einem gänzlich abgelegenen, einsamen See, mit einem Nachmittag im Cafe oder im Pool heißer Naturquellen. Immer aber waren sie auch Ausdruck einer kleinen Sehnsucht nach Deutschland.
Ein erster Höhepunkt in British Columbia war die Fahrt nach Stewart (BC) / Hyder (Alaska). Die Strecke führte durch eine grandiose Berg- und Gletscherwelt und endete am Fish Creek, wo wir Schwarzbären beim Fangen von Lachsen beobachten konnten. Die Lachse „standen“ zum Laichen in großer Zahl im Creek, und die Bären hatten keine große Mühe, sich die Bäuche voll zu schlagen. Ihr Appetit schien grenzenlos zu sein. Auf dem Rückweg sahen wir dann dicht am Highway immer und immer wieder Schwarzbären frischen Klee oder Wildbeeren naschen. Unser Fotoapparat glühte. Wir hatten wohl genau den richtigen Tag erwischt!
In dem kleinen Indianerdorf Gitanyow sahen wir uns zahlreiche Totem Poles an. So viele hatten wir weder vorher noch später an einem Ort gefunden. Es waren prächtige Schnitzarbeiten, zum Teil knapp 10 Meter hoch, manche schon sehr alt. Die Totem Poles verkörperten nicht etwa Geister oder Gottheiten, sondern sie waren Ausdruck der jeweiligen Clanzugehörigkeit.
Sehr schön und für uns besonders erholsam waren immer wieder unsere kurzen „Ausbrüche“ in die einsame Wildnis. So war es auch auf unserer Fahrt in den Flat Lake Provincial Park. Eine schmale und aufgeweichte Piste führte in diesen absolut einsamen Park hinein. Die Umgebung war wunderschön – wild und urwüchsig. Rechts und links der Piste glitzerten immer wieder kleine Seen durch die Bäume. Auf der Piste waren Unmengen von Spuren von Paarhufern zu sehen – sicher Elche und Caribous. An einer kleinen Lichtung stellten wir unseren LKW ab und liefen runter zu einem großen See. Es war ein prächtiges Gewässer mit mehreren Inseln. Am gegenüberliegenden Ufer sahen wir große braunschwarze Tiere weiden. Waren das vielleicht Elche? Schnell holten wir das Fernglas; das „Jagdfieber“ hatte uns gepackt. Was wir erblickten, enttäuschte uns maßlos, ließ uns dann aber laut lachen. Es waren KÜHE! Und deren Spuren hatten wir wahrscheinlich auch in dieser „unserer“ Einsamkeit auf der Herfahrt gesehen. Trotzdem fanden wir es wunderschön an diesem See und blieben da. Aber am dritten Tag mussten wir wegen der Kälte (draußen Minustemperaturen, im Koffer 2°C) flüchten, zumal uns an dem Morgen das Gas ausging.
Auf unserer Fahrt nach Kamloops – in Richtung der Nationalparks Revelstoke, Yoho und Kootenay – veränderte sich die Landschaft. Es war ein wenig wie in Südamerika: hohes trockenes Steppengras, geschwungene Hügel, wenig Bäume. Und im Felsengebirge mittendrin der Kamloops Lake. Die Felsen waren bunt und zum Teil skurril geformt. Und zwischen dem allen lagen verstreut kleine Salzseen. Die Stadt Kamloops lag sehr schön in einem Tal am Thompson River und zog sich mit ihren Stadtteilen in die Berge hoch. Es war eine relativ große und moderne Stadt mit einem riesigen Campus, in dessen Universitätsbibliothek wir bestens unsere E-Mail-Post erledigen konnten. Das hatten wir das erste Mal in Fairbanks in Alaska ausprobiert, und es funktionierte auch in Kanada immer wieder. Nur leider gab es nicht in jedem Ort eine Universität. Als wir am Mount Revelstoke National Park entlang und durch den Glacier National Park hindurch fuhren, war es mit dem Spätsommerwetter endgültig vorbei. Wir hatten schlechtesten Herbst mit dichtem Nebel, Dunkelheit, strömendem Regen und Sturm. Im Yoho National Park holte uns der Winter mit heftigem Schneetreiben ein. Wir schrieben den 28.September 2007! Von dem wunderbar grünen Emerald Lake und den hohen Takakkaw Falls war kaum etwas zu sehen, leider. Besonders beeindruckt waren wir vom Marble Canyon im Kootenay National Park. Der war nicht groß und gewaltig, aber so schön! Der kleine wilde Tokumm Creek schoss mit hoher Geschwindigkeit durch den sehr schmalen und bis 40m tiefen Canyon dahin. Dabei bildete er auf seinem Weg Pools, tosende Wasserfälle, einen engen Schlund und zwängte sich durch von der Natur gebildete Felsentore. Es war wirklich ein herrliches Schauspiel für uns.
Nach wie vor nutzten wir die am Weg liegenden „Hot Springs“ für ein Entspannungs- und Aufwärmbad. Nach einer kurzen Fährfahrt von ca. 35 Minuten über den Kootenay Lake erreichten wir die Ainsworth Hot Springs. Es war ein ausgesprochen angenehmes, warmes Vergnügen im mineralhaltigen Poolwasser. Da konnte uns auch das schlechte Wetter mit heftigen Regengüssen nicht die gute Laune verderben. Wir genossen ausgiebig diese Wasserkur. Und das taten wir dann auf unserer weiteren Fahrt durch BC immer wieder. Wir ließen keine Gelegenheit aus, uns aufzuwärmen und zu wässern.
Auf unserem Weg zum Okanagan-Tal, dem Weintal von British
Columbia, hielt das schlechte Wetter an. Es goss zum Erbarmen, immer und immer
wieder, hörte einfach nicht auf. Das sollte das liebliche Weintal sein? Was
wollten wir hier bloß? Aber die Landschaft war schön und die kleinen Städte ganz
reizend, regelrecht liebevoll angelegt. Als sich dann auch noch das Wetter
besserte, die zauberhaften Herbstfarben in der Sonne leuchteten und die
zahllosen Obststände in den Dörfern Zeugnis von der Fruchtbarkeit des Tales
ablegten, war unser Stimmungstief überwunden. Leider konnten wir – wie wir uns
das für ein Weintal so gedacht hatten – in den vielen Wineries nicht das
Richtige für uns finden. Alles, aber auch wirklich alle Weine, waren viel zu
teuer für uns. Da blieb am Ende nur der Weinstore.
Unser letztes Highlight in BC war Vancouver. Wir fuhren noch bei strömendem Regen in die Stadt ein, hatten aber bereits im Stanley-Park Sonnenschein. Das war zur rechten Zeit für unsere Fotos von Vancouvers Skyline und den Totem Poles im Park. Nach einer „wilden“ Fahrt durch die Downtown von Vancouver erreichten wir unseren RV-Park „Capilano“, wo wir zwei Nächte bleiben wollten. Noch am gleichen Abend machten wir einen Spaziergang über die gewaltige Lions Gate Bridge, in deren Nähe unser RV-Park lag. Von der Brücke aus lag die Kulisse von Vancouver in der herbstlichen Abendsonne zu unseren Füßen – ein beeindruckendes Bild. Am nächsten Tag fuhren wir mit dem öffentlichen Bus nach Vancouver rein. Dort bummelten wir durch Gastown, einem hübschen historischen Stadtteil von Vancouver, u.a. mit einer dampfbetriebenen Standuhr in der Fußgängerpassage, und landeten schließlich an der Skyline dieser Riesenstadt. Der Fotoapparat hatte an diesem Tag viel Arbeit. Die Stadt gefiel uns gut. Auch wenn die Stadtteile sehr unterschiedlich waren – in ihrer Architektur, in ihrem Flair – waren sie doch alle, jeder auf seine Art, reizvoll und interessant. Todmüde fuhren wir am Abend zurück zu unserem RV-Park.
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