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Einige Worte über uns
Wir sind ein reiselustiges, inzwischen schon etwas älteres Ehepaar
(Karin 1948, Roland 1943 geboren). Neue unbekannte Regionen, Länder und Kulturen
reizten uns schon immer. Begegnungen und Erlebnisse mit Menschen fremder Völker,
ihre Traditionen, Feste und Religion kennen lernen – das waren und das sind für
uns die wesentlichen Aspekte unserer Reisen. Der Besuch anderer Erdteile, wie
Afrika und Amerika, wurde aber erst nach der Wiedervereinigung Deutschlands für
uns möglich. Nachdem wir mehrere Jahre hintereinander in der Sahara Nordamerikas
– immer nur für ein paar Urlaubswochen – mit unserem W50 unterwegs waren und
dabei die Länder Tunesien, Algerien und Niger bereist hatten (Libyen blieb uns
leider urplötzlich verwehrt, nachdem wir bereits alle Grenzformalitäten
erledigt, die Papiere in den Händen und das libysche Autokennzeichen am LKW
hatten), entschieden wir uns für den Erdteil Amerika. Das erste Mal fuhren wir
ein Jahr lang durch die Länder Argentinien, Brasilien, Bolivien, Peru und Chile.
Danach stellten wir fest, dass uns Südamerika allein nicht reicht; wir hatten
Sehnsucht nach „mehr Amerika“. Und so entstand unser Plan von einer zweijährigen
Amerikatour. Wir wollten von Kanada über Alaska, USA und Mexiko in die
mittelamerikanischen Länder bis Panama mit unserem W50 fahren, von da aus
verschiffen, weil es keinen offiziell befahrbaren Landweg gibt, und in
Südamerika ab Ecuador oder Kolumbien mit unserem LKW weiterreisen. Als
Schlusspunkt unserer Tour war Buenos Aires vorgesehen; von da aus sollte es mit
dem Schiff zurück nach Hause gehen.
Natürlich sind derartige Reisen mit umfangreichen Vorbereitungen verbunden. Das
betrifft nicht nur Dinge für die Reise selbst und den Reiseverlauf. Das
beinhaltet auch Regelungen zur Verwaltung bzw. Betreuung des Grundstückes und
des Hauses, zu Kontozugriffsrechten, zu Vollmachten für die verschiedensten
Aktivitäten uvam. Den zeitaufwendigsten Vorbereitungsteil erforderte
verständlicherweise unser 25 Jahre alter W50. Er musste für alle Anforderungen
und Eventualitäten ausgerüstet und überholt werden. So besitzt unser LKW z.B.
allein drei Heizungen – eine Gasheizung, eine elektrische Heizung und eine
Dieselheizung (Wamsler-Ofen) mit extra langem Zugrohr an der Heckseite des
Fahrzeuges (wie die früheren russischen LKW’s). Damit sind wir für jeden Fall
gerüstet. Auf unserer Südamerikatour 2004/2005 hatten wir zum Beispiel in den
Anden, wo wir uns auf Höhen bis zu 4500m bewegten, große Probleme. Da war alles
mit Schwierigkeiten verbunden, auch das Heizen unseres W50. Wir hatten nur eine
elektrische und eine Dieselheizung. In dieser Höhe ging damit aber gar nichts
mehr. Bei Temperaturen von minus 5°C im Koffer unseres Fahrzeuges waren Decke
und Wände mit einer Eisschicht überzogen, das Wasser eingefroren und wir selbst
froren natürlich auch ganz erbärmlich. Das sollte uns auf dieser Reise nicht
wieder passieren!
Wir reisen frei und ungebunden, bleiben da, wo es uns gefällt. Um jedoch die
Kosten der Reise auf einem für uns erträglichen Niveau zu halten, nutzen wir
alle Möglichkeiten des freien Campens bzw. Übernachtungsmöglichkeiten an großen
Tankstellen oder auf den Parkplätzen bei WalMart. Oder wir stehen in kleinen
Orten am Marktplatz oder am Strand oder in Grundstücken freundlicher Leute oder,
oder, oder. Nur ab und zu sind Campingplätze dran, z.B. in Haupt- oder großen
Städten, in denen wir einige Tage verbringen, oder wenn doch mal ein
„Sanitärtag“ fällig ist und absolut keine andere Möglichkeit dazu besteht.
Ansonsten wissen wir früh nie, wo wir abends übernachten werden. Das bleibt
immer ein Stück Unsicherheit, aber auch Überraschung. Und wir haben schon beides
erlebt – verzweifelte Suche im Dunkeln nach einem Stellplatz und freundlichste
Einladungen von völlig fremden Leuten in ihr Grundstück, z.T. sogar in ihr
Wochenendgrundstück, das wir dann ganz allein mehrere Tage nutzen konnten. Und
solche Erlebnisse bleiben im Gedächtnis haften, machen das Reisen für uns so
interessant und reizvoll.
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